Neuer Mindestlohntarifvertrag für die Fleischwirtschaft

Neuer Mindestlohntarifvertrag für die Fleischwirtschaft

Neuer Mindestlohntarifvertrag für die Fleischwirtschaft

Die deutsche Fleischwirtschaft hat mit der Gewerkschaft NGG einen Tarifvertrag mit einem neuen Mindestlohn abgeschlossen. Der bisherige Tarifvertrag mit einem Mindestlohn von 8,75 € war zum 31.12.2017 ausgelaufen. Der neue Mindestlohn beträgt 9,00 €. Zusätzlich ist eine monatliche Pauschale von 30,00 € für die Vergütung der Umkleidezeiten vereinbart worden. Dieser Tarifvertrag, so der Verhandlungsführer Theo Egbers, Vorsitzender des Verbandes der Ernährungswirtschaft (VdEW), gilt für 80.000 Arbeitnehmer in der deutschen Fleischwirtschaft als Untergrenze. Tatsächlich liegen die Löhne für die weit überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer aber deutlich darüber. Er umfasst auch ausländische Arbeitnehmer, die in deutschen Betrieben arbeiten. Diese Arbeitnehmer, so Michael Andritzky, der Hauptgeschäftsführer des VdEW, werden weitgehend nicht mehr aus ihren Heimatländern entsendet, sondern sind in Deutschland angestellt und haben die gleichen Rechte wie alle anderen Arbeitnehmer. Sie unterliegen deutschem Arbeitsrecht und der deutschen Sozialversicherung. Große Teile der Fleischwirtschaft hatten sich 2015 in einer Erklärung verpflichtet, die Entsendung faktisch abzuschaffen. Diese Selbstverpflichtung ist auch zu 100 % umgesetzt, wie in ausführlichen Berichten gegenüber dem Bundeswirtschaftsministerium dokumentiert worden ist. Die Berichte sind veröffentlicht unter www.vdew-online.de.

Völlig neu in dem jetzt abgeschlossenen Tarifvertrag, so Andritzky, ist die Regelung der Vergütung der Umkleidezeiten. Bisher war in vielen Fällen zweifelhaft, ob und in welcher Höhe diese Zeiten zu vergüten sind. Durch die erstmalige tarifliche Regelung in einem Flächentarifvertrag der Ernährungswirtschaft haben die Tarifvertragsparteien einen wichtigen Beitrag zur Befriedigung einer äußerst schwierigen Regelungsmaterie geleistet.

Negativ, so Andritzky, ist an dem Tarifabschluss zu bewerten, dass der Tarifvertrag nur eine kurze Laufzeit von 12 Monaten hat. Wünschenswert wäre es gewesen, eine längere Laufzeit mit einer weiteren Anhebung zu vereinbaren. Hierzu war allerdings die Gewerkschaft NGG nicht bereit.

Hannover, 02.02.2018

PE 1-18

Verband der Ernährungswirtschaft e.V.

Niedersachsen/Bremen/Sachsen-Anhalt

RA E. Michael Andritzky

Hauptgeschäftsführer