| Datum: | 21.10.2009 |
| Thema: | Produktion und Absatz in der Ernährungsindustrie stabil - Preisschlacht führt zum Preisverfall |
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Hannover. Trotz der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Produktion und der mengenmäßige Absatz in der niedersächsischen Ernährungsindustrie weitestgehend stabil geblieben. Massive reale Umsatzrückgänge wie in anderen Industriezweigen gab es nicht. Nach Angaben des Verbandes der Ernährungswirtschaft Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt (VdEW) erzielte die Branche im 1.Halbjahr 2009 einen Umsatz von 73,1 Milliarden €. Sie lag damit um 3,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Exporte gingen allerdings im selben Zeitraum um 6,1 Prozent zurück. Der Umsatzrückgang sei vor allem durch die aggressiven Preissenkungsrunden im Lebensmitteleinzelhandel zu erklären, betonte der Vorsitzende des Verbandes, Wolf Kropp-Büttner, am Mittwoch in Hannover. Zum Beispiel seien die Abgabepreise der Ernährungsindustrie im Juli 2009 immerhin um 4,1 Prozent niedriger gewesen als im Vorjahresmonat. Nach Meinung von Kropp-Büttner geht die Preissenkungsstrategie aber bislang nicht auf, weil sich das Einkaufs- und Konsumverhalten der Bürger bisher nicht wesentlich geändert habe. Tatsache sei, dass die Preissenkungsrunden im Handel derzeit keinen Gewinner gebracht hätten. Das zeige das überraschend schwache Abschneiden der Discounter im Vergleich zu den anderen Vertriebsschienen im 1.Habljahr 2009, stellte Kropp-Büttner fest. Die Verbraucher würden kurzfristig von den niedrigen Preisen profitieren. Sie konnten im Juli 2009 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 2,1 Prozent günstiger einkaufen als noch vor einem Jahr. Deutschland weise damit neben den krisenbehafteten baltischen Staaten sowie Irland und Portugal den stärksten Preisverfall im Lebensmittelbereich innerhalb der EU auf. Kropp-Büttner wies darauf hin, dass der Rückgang der Großhandelspreise für Lebensmittel um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwarten lasse, dass diese Entwicklung noch nicht zu Ende sei. „Der Preisverfall geht weiter“ erklärte der VdEW-Vorsitzende. Deutsche Verbraucher würden schon heute im Schnitt nur ca. zwölf Prozent ihres Haushaltseinkommens für Lebensmittel und Getränke aufwenden. Das sei der niedrigste Wert aller vergleichbaren Industriestaaten. Kropp-Büttner warnte davor, dass weitere Preissenkungsrunden im Lebensmitteleinzelhandel zu Blessuren in den vorgelagerten Wirtschaftsstufen führen würden. Als Beleg führte der Verbandsvorsitzende die steigende Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Nahrungsmittelindustrie an. Sie liege um 20,3 Prozent höher als im Vorjahrszeitraum. Auch wegen des schwächeren Exports, der auch in seiner Branche bisher Wachstumstreiber für die Unternehmen gewesen sei, werde das Geschäft schwieriger.
21.10.2009 E. Michael Andritzky Hauptgeschäftsführer |





