| Datum: | 21.10.2009 |
| Thema: | Ernährungsindustrie - eine Branche mit Zukunft |
|
Mit 5 800 Betrieben und ca. 530 000 Beschäftigten ist die Ernährungsindustrie nach der Metall- und Elektroindustrie und der Chemischen Industrie die drittgrößte Industriebranche in Deutschland. Sie ist vor allem mittelständisch geprägt und oft auch noch inhabergeführt. Im Verbandsgebiet des Verbandes der Ernährungswirtschaft Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt (VdEW) arbeiten fast 90.000 Arbeitnehmer in der Branche, davon 55.000 allein in Niedersachsen. Die Schwerpunkte liegen in Niedersachsen in der Fleischwarenindustrie, der Milchindustrie und der Süßwarenindustrie. Auch in der Wirtschafts- und Finanzkrise konnte die Branche eine stabile Beschäftigung bewahren. Nur zwei Prozent der Beschäftigten befinden sich in Kurzarbeit, im Metallbereich ist es rund ein Drittel. Auch bei den Ausbildungszahlen in den branchenspezifischen Berufen sieht die Lage positiv aus. Seit 2003 wuchsen die Zahlen um durchschnittlich 4,5 Prozent. Dabei wurde die Ausbildungslandschaft in den letzten Jahren komplett umgekrempelt. Es entstanden neue Berufe wie die Fachkraft für Lebensmitteltechnik, die mittlerweile tonangebend ist. Die klassischen Berufe, die üblicherweise mit der Ernährungsindustrie in Verbindung gebracht werden, wie Bäcker oder Fleischer, spielen in der Ernährungsindustrie eine immer geringere Rolle. Dafür beträgt der Anteil der Fachkräfte für Lebensmitteltechnik an den ernährungstypischen Berufen mittlerweile 55 Prozent bei weiter steigender Tendenz. Auch der neue Beruf des Maschinen- und Anlagenführers mit einer zweijährigen Berufsausbildung ist stark in der Branche vertreten und bietet gerade bisher ungelernten Arbeitnehmern eine Chance sich zu qualifizieren. Die demographische Entwicklung hat die Ernährungsbranche zu tiefgreifenden Konsequenzen veranlasst: die Anstrengungen Auszubildende zu finden wurden verstärkt, unter anderem durch eine bundesweit agierende Ausbildungsplatzbörse. Außerdem wurde die tarifliche Altersvorsorge gestärkt und umgebaut. Die Ernährungsindustrie hat seit der Einführung der Entgeltumwandlung ca. 100 Tarifverträge zur tariflichen Altersvorsorge abgeschlossen. Durch diese Tarifverträge wurden schon weit mehr als 200 000 Arbeitnehmer erfasst. 150 000 sind allein in der Pensionskasse Ernährung und Genuss (PEG) versichert. Damit ist der Anteil der Arbeitnehmer mit einer betrieblichen Altersvorsorge in keinem Wirtschaftsbereich so stark gestiegen wie in der Ernährungsindustrie. Eine weitere Konsequenz ist die verstärkte, konsequente Weiterbildung der Beschäftigten. Im Jahr 2010 wird der VdEW zusammen mit der Gewerkschaft Genuss-Gaststätten (NGG) ein von der EU gefördertes Programm beginnen, um die Betriebe im Bereich der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu beraten. Schwerpunkte der Qualifizierung sollen ältere Mitarbeiter, Frauen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund sein.
21.10.2009 E. Michael Andritzky Hauptgeschäftsführer |





