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Datum:26.11.2008
Thema:Rahmenforderung der NGG verkennt die aktuelle wirtschaftliche Situation

Die Forderungsempfehlung der NGG, die Entgelte in der Ernährungsindustrie nächstes Jahr zwischen 5 und 7% anzuheben, verkennt eklatant die wirtschaftliche Situation in der Industrie, so der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuß (ANG) E. Michael Andritzky.

Die Spannweite der Forderung vor 2%-Punkten zeigt bereits deutlich, dass selbst die Gewerkschaft unsicher über die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation ist. Die deutsche Wirtschaft befindet sich mittlerweile in einer Rezession und sämtliche Signale, die aus der Wirtschaft, aber auch von der Politik gesendet werden, deuten daraufhin, dass sich diese Entwicklung im Jahr 2009 verfestigen wird. Tatsächlich sind nach wie vor viele Branchen in der Ernährungsindustrie durch starke Erhöhungen der Preise für Rohstoffe, Verpackung und Energie überaus stark belastet. Hinzu kommt, dass der Einzelhandel bereits wieder massive Preissenkungen vorgenommen hat und auch hier zu befürchten ist, dass der Druck auf die Abgabepreise steigt. Die Unangemessenheit der Forderung wird auch dadurch deutlich, so Andritzky, dass sie in der Spitze einen Prozent-Punkt oberhalb der Forderung des vergangenen Jahres liegt. Angesichts der Entlastung der Verbraucherhaushalte durch fallende Preise sind Tarifabschlüsse unterhalb der diesjährigen Tarifabschlüsse gerechtfertigt.

Auch die Begründung für diese Rahmenforderung ist schlichtweg abzulehnen. Sofern damit argumentiert wird, dass die Arbeitnehmer einen Ausgleich für höhere Steuern brauchen, so macht die NGG die private Wirtschaft für fiskalische Einflüsse verantwortlich, für die diese nichts kann. Mit einer solchen Tarifpolitik wird dem bisherigen gemeinsamen Verständnis, dass Tariferhöhungen sich an der Inflationsrate und dem Produktivitätsfortschritt zu orientieren haben, eine klare Absage erteilt.

Gänzlich abzulehnen ist jedoch die Forderung, Auszubildende für mindestens 12 Monate in ein Beschäftigungsverhältnis nach bestandener Abschlussprüfung zu übernehmen. Die Ausbildung in der Ernährungsindustrie hat in den vergangenen Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen. So stiegen die Ausbildungsplätze in den ernährungstypischen Berufen in den vergangenen fünf Jahren um über 20%. Diese gesteigerte Ausbildungsbereitschaft wird mit einer Übernahmeverpflichtung konterkariert. Die Tarifvertragsparteien sollten die Ausbildung in nicht mit zusätzlichen Kosten Faktoren belasten.

PE2-2008 ANG

Flyer

SozialpartnerInitiative Lebenslanges Lernen in der Ernährungswirtschaft

Informationen

Ausbildungsbörse:

Über 100 Firmen!

Mitmachen lohnt sich!

 

Gemeinsame Erklärung von ANG und NGG:

Demografischer Wandel: Sozialpolitische Herausforderung annehmen!

 

ANG/NGG Initiative: Gemeinsam für Toleranz